Georgium

Das Georgium umfaßt einschließlich des Beckerbruchs eine weiträumige Parklandschaft, die mit zahlreichen Parkbauten geschmückt ist. Wenn wir eine alte Karte aus dieser Zeit betrachten, so sehen wir, daß zu dieser Zeit das Georgium ein beträchtliches Stück von der Stadt Dessau entfernt und nur durch eine Allee, die Georgenallee, mit ihr verbunden war. Wir sehen auch, daß er sich in zwei Hauptanlagen teilt in den eigentlichen Georgengarten und in den Beckerbruch. Beide Anlagen sind nur durch den Holländischen und den Römischen Bogen welche, die Straße überspannen, miteinander verbunden. Der Georgengarten mit seinen Stieleichen, Ahorn, Linden, Hainbuchen und Robinien bringt dieses Gartenreich zum Einklang zwischen Mensch und Natur .Er ist ein englischer Garten der auf Wunsch des Prinzen Johann Georg von Anhalt . Dessau (geb. 1748-gest.1811) um 1780 von Johann Friedrich Eyserbeck (geb.1734-gest.1816) angelegt worden war und eine Größe von 20,5 ha erreicht. Hervorstechendes Merkmal des englischen Stils sind die Alleen, Hecken und optischen Achsen die die Anlage durchziehen und zusammenhalten. Garten künstlerischer Schmuck, in dem sich die Antike und der Klassizismus entdecken lassen, sind die antiken Sandsteinstatuen APOLLO, VENUS, das Vasenhäuschen, der Ionisch Tempel mit 10 Säulen und die künstlichen Ruinen. Der Schöpfer des Georgiums wollte die Vorstellung der Wildnis eines altdeutschen Eichenwaldes hervorrufen, mit Resten von angeblichen Heldengräbern und steinernen Sitzen aus Findlingsblöcken, neben denen wiederum die ebenfalls untergegangene antike Kultur Ruinen und verfallene Andachtstätten hinterlassen zu haben schien. Künstliche Ruinen wie der "Rote Bogen" aus roten Klinkern, der "Weiße Bogen" mit Sandsteinsäulen als Quaderbau und die "Römischen Ruinen" (auch: "Sieben Säulen").Bei den "Sieben Säulen" ist schon bei geringer Entfernung eine optische Täuschung möglich. Man sieht nur 7 Säulen, obwohl es 8 Säulen sind. Die 8. wird kurioserweise erst in nächster Nähe sichtbar, Prinz Johann Georg hatte den Baumeister Friedrich Wilhelm von Erdmanndorff beauftragt, in sein Lustgarten ein Schloß' zu bauen. Das Schloß wurde von Erdmannsdorff um 1780 im Stile des Klassizismus erbaut und diente nur als Sommeraufenthaltsort des damaligen Fürsten. Das zweigeschössige, weißgestrichene Backsteinhaus besitzt als zierende Krönung eine, belvederehafte Laterne. Um 1893 bekam das Schloß seitliche Anbauten. Der eigentliche Georgengarten zerfiel wie der Wörlitzer Park in vier Einzelgärten: in den Schloßgarten, den Lustgarten, dem Wäldchen oder Wildnis und dem Nutzgarten. Der Schloßgarten ist die Partie um das Schloß herum. Zu ihm gehört das Blumenhaus, das Küchengebäude, von dem heute nur noch die Säulenfassade mit Dreiecksgiebeln vorhanden ist. In den ehemaligen Beamtenwohnungen befindet sich heute die "Station der Jungen Techniker". Der Eingang in diesen Teil des Parks war seitlich vom Schloß. Er lag am Eingang zum Mausoleumpark und führte durch eine Allee, an die sich rechts und links "das Wäldchen" befindet. Während das Küchengebäude nur Kulisse des Nutzgartens und gleichzeitig Blickfang vom Schloß aus war, hatte das Blumenhaus eine eigene kleine Anlage, die von Anfang an als Blumengarten diente. Der Lustgarten hinter dem Schloß besteht aus einer großen "Blumenfläche" und zusammenhängenden sich lang hinziehenden Baumpflanzungen, die ihn rahmen und unterteilen. Diese Baumpflanzungen nehmen im englischen Garten die Stelle der im französischen Garten üblichen verschnittenen Baumwände ein. In diesem Lustgarten liegt das Fremdenhaus. Es diente für die Unterkunft einiger gelehrter Freunde des Prinzen. In geringer Entfernung von dem Fremdenhaus liegt ein Ionischer Tempel (ein Rundtempel) auf einer leichten Anhöhe, Dieser ist ein wichtiger Punkt im optischen Zusammenhalt des Parks in sich und innerhalb der Landschaft. Er hat eine Stellung von 10 Säulen, deren Zwischenweiten einen markanten Ausblick oder Einblick zeigten. Der Nutzgarten liegt im westlichen Teil des Parks. Es war ein dreiecktörmiger Obstgarten.