Der Beckerbruch

Der Beckerbruch ist ein etwa 100 ha großes Wald-, Wiesen- und Teichgelände einschließlich dem Georgium.
Er hat seinen Ursprung in einem vor langer Zeit versandeten Elbarm. Der Beckerbruch wurde im 18. Jahrhundert durch die damaligen Feudalfürsten zu einem Vergnügungspark umgewandelt.Die ruinenartigen wirkenden Tempel sind nicht etwa das Werk einer Zerstörung sondern wurden damals der Mode entsprechend, so gebaut bzw. angelegt. Als Vorbild dienten damals die zerstörten Tempel der Antike wie z.B. im alten Griechenland. Man gelang vom Georgium durch den Holländischen - und Römischen Bogen in den Beckerbruch.

Holländischer Bogen (Foto Januar 2000)
Holländischer_Bogen

Beide Bögen sind torartige Öffnungen auf künstlich aufgeschüttete Hügeln. Das Motiv der aufgeschütteten Hügel, das auch in Wörlitz und im Luisium vielfach verwand worden ist, kommt auch in der Anlage, die sich zwischen Georgium und Beckerbruch schiebt, zweimal vor. Der Beckerbruch zerfällt in mehrere Teile: 

1.) Die Anlage um das Vasenhaus herum. (Foto Januar 2000)
Am_Vasenhaus

2,) Den eigentlichen Beckerbruch. (Foto Januar 2000)
Beckerbruch

3.) Die verbindende Uferpartie des Streithegers.

In der Anlage um das Vasenhaus herum waren zwei unregelmäßige Wasserstücke, von denen das eine in Richtung der Roßlauer Chaussee gelegene. nach dem ersten Weltkrieg stilwidrig in ein regelmäßiges Becken umgewandelt wurde. Das parkähnliche Gelände des Beckerbruchs fällt insbesondere durch seine Vielfalt des Baumbestandes auf. So wurden damals seltene Hölzer aus Nordamerika(dem heutigen Bundesstaat Washington) und aus Kanada hierher gebracht. Zwei noch heute erhaltene Sumpfzypressen, diese sind einmalig in Europa. zeugen von der Verschwendungssucht der damals herrschenden Klasse. Im 19.Jahrhundert wurde ein künstlicherWall vom Beckerbruch bis zur Wallwitzburg aufgeschüttet, welcher als Wanderweg genutzt wurde. In einem rundem Gebüsch erblickt man heute noch einen dreieckigen Altar. der in der Mitte eines Wegkreuzes stand, von Bänken umgeben. Über eine Ruinenbrücke kommt man zu einem teilweise von Wasser umflossenen Landstück mit einem verfallenen Turm, Nach der Elbe zu wird der Beckerbruch von einem Höhenzug mit ziemlich steilen Wänden begrenzt. Ursprünglich waren sie der Rest einer Moräne aus der Eiszeit. Dieser Höhenzug mit Umgebung Dessaus, die Auenlandschaft, wurde in ein Gartenreich verwandelt. Der aus Dresden stammende Friedrich Willhelm von Erdmannsdorff ( geb.:1736- gest.:1800, Architekt des Frühklassizizmus ), wurde vom Fürsten Franz nach Dessau geholt und wurde so der beste und geeigneteste Berater und Helfer bei der Gestaltung des Dessauer . Wörlitzer Gartereiches. (Erdmannsdorff hat unter anderem auch die Innenräume von Sanssouci geschaffen.) Nach dem Bau von dem Wörlitzer Landschaftspark und dem Schloß (1769 . 1773), folgten weitere klassizistische Schloßbauten mit großzügigen Parkanlagen im englischen Stil: z.B.: das Luisium (1774) und das Schloß Georgium (1780/81) So wurden große Teile des Dessauer Landes in eine Gartenlandschaft umgewandelt, deren schlichte, charaktervolle Schönheit seither gepriesen wird.Der Plan, auf dem Gelände des Beckerbruchs in neuer Zeit eine Gaststätte zu errichten, wurde immer wieder verworfen. Früher wie heute,bietet sich der Beckerbruch als Naherholungegebiet für die Dessauer Bürger an. Der Beckerbruchteich war zu Zeiten sozialistischer Planwirtschaft ein Aufzuchtsgewässer des Anglerverbandes. Er ist aber heute wieder ein beliebter Aufenthaltsort für Schwäne und Wildenten. Im Winter ist der Beckerbruch ein ideales Wintersportgebiet, Möglichkeiten zum Rodeln, Skilauf und zum Eislauf sind genügend vorhanden.

 
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